Sa, 24.09.2022
OUM SHATT (DE), LAWN CHAIR (US), PANIC SHACK (UK)
Reeperbahn Festival
Einlass: 20:00 | VVK: | TICKETSmiley face
20:20 – 21:10 OUM SHATT

Berliner Szenegestalten, die arabische Skalen mit krossen Stakkato-Riffs, psychedelischer Surf-Romantik und sonoren Vocals fusionieren, zählen nun nicht wirklich zum gewohnten Bild der hiesigen Musiklandschaft. Ziemlich konsequent also, dass sich Oum Shatt schon 2012 unbemerkt von der Öffentlichkeit gründen und ganze vier Jahre an ihrem eklektischen Sound feilen, der schließlich im Debütalbum „Oum Shatt“ (2016) mündet. Weitgehend analog produziert, trifft sich hier das raffinierte Songwriting der Talking Heads mit einer gedimmten Anohni-Gedächtnisstimme und zwischenzeiligen Hommagen an die Grand Dame der ägyptischen Musik Oum Kalthoum, die auch Pate für den Bandnamen stand. Die Band selbst sieht sich hingegen lediglich als Vertreter eines radikal puristischen und minimalistischen Rock'n'Roll mit arabischen Referenzen. Gut und schön, doch dass der Stil ihres bisher einzigen Albums ebenso einzigartig ist, lässt sich so oder so nicht abstreiten. Manch einer dachte bereits sie hätten sich still und heimlich aufgelöst, doch im September stehen sie leibhaftig bei uns auf der Bühne. Sachen gibt's.

22:00 – 22:50 LAWN CHAIR

Obwohl Claudia, Eric, Anthony, Max und Raphael ihre Band im Jahr 2019 in Köln gegründet haben, klingen sie etwas wie Zeitreisende aus den 90ern – im denkbar besten Sinne. Denn das Quintett schüttelt als Lawn Chair herrlichen Jangle Pop aus dem Ärmel, der mit Punk-Rock, Grunge und raffinierten Texten schmust und wie im Vorbeigehen noch eine existenzielle Party-Atmosphäre beschwört. Ihre bisherigen Singles „Counting On Love“, „Just Because We Can“ und „Men With Shifty Eyes“ gehen augenblicklich ins Ohr und direkt danach in die Beine, wo sie laut Frontfrau Claudia, geboren in den USA, auch hingehören. Das ist Mucke zum Mitsingen und Feiern, die aber hinter und unter allem nie vergisst, in welcher Zeit sie eigentlich entstanden ist. Denn die 90er waren für Lawn Chair zwar eine wichtige Inspiration, doch ihr eigener Style gehört ganz klar ins Hier und Jetzt – vor allem aber auch auf die Bühne

23:40 – 00:20 PANIC SHACK

Obwohl sie seit der Bandgründung im Jahr 2018 nur eine Handvoll Singles veröffentlicht haben, zählen Panic Shack in der Punkszene Cardiffs jetzt schon zu den heißesten Neuentdeckungen, denen auch internationales Potenzial zugesprochen wird. Mit welch rotzfrecher Rawness die vier Damen in Songs wie „I Don't Really Like It“ oder „The Ick“ an die klassischen Genre-Tropen herangehen, ist nur konsequent und hat dazu geführt, dass sich die britische Musikpresse schon die eine oder andere Lobeshymne kaum verkneifen konnte. Doch kein Grund abzuheben, im Gegenteil. Panic Shack demonstrieren mit der Debüt-EP „Baby Shack“ (2022) eindrücklich, dass sie ihren Punk-Ethos nicht nur als Etikett vor sich hertragen, sondern die Sache wirklich fühlen, atmen, leben. Bei Festivals im heimischen Wales schon längst kein Geheimtipp mehr, kommen sie dieses Jahr erstmals auch nach Hamburg. Punk im Jiu-Jitsu-Modus – nicht verpassen.
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  • 24.9.    OUM SHATT (DE), LAWN CHAIR (US), PANIC SHACK (UK)