Fr, 22.10.2021
ANNA B SAVAGE (UK)
Einlass: 19:00 | VVK: 13 EUR | TICKETSmiley face | AK: 16 EUR
Im Herbst 2021 kommt die stimmgewaltige Londonerin Anna B Savage mit ihrer Band zum ersten Mal auf Deutschland-Tour, nachdem sie schon am 29. Januar 2021 ihr Debüt-Album "A Common Turn" auf City Slang veröffentlicht.
Ihre Musik stellt seit Beginn eher Fragen, als dass sie Antworten gibt. Ihre 2015er EP zeigte erstmals ihre beeindruckende, mondäne Stimmgewalt mit der entwaffnenden Lyrik über alle Arten von Hemmungen, Unsicherheiten und „unfinished business“, wurde von der internationalen Presse gelobt und zog direkt die Aufmerksamkeit von Father John Misty und Jenny Hval auf sich, die sie dann kurzerhand beide jeweils mit auf Europatour nahmen.

Kunst zu machen ist eine mutige Sache, eine Aussage. Gewöhnlich ein Punkt, manchmal ein Ausrufezeichen. Aber es ist noch kühner, wenn es ein Fragezeichen ist. Anna B Savage hinterfragt ständig die Gültigkeit ihrer eigenen Gedanken und Gefühle und ihre Songs sind schwer, voller unbeantworteter Fragen. Is this even real? Do we have what I think we have? How did I get to this point? Is anyone listening? Oder die erste und wichtigste Frage der Platte: “Do I understand this?”. Doch diese Fragen werden von ihrer Fähigkeit beflügelt, Melodien und Texte zu zaubern, die so verdammt offen, verletzlich und ehrlich sind, dass sie es irgendwie noch schaffen, betörend charmant, äußerst modern und oft witzig zu sein.
Der Erfolg ihrer EP erwischte Savage unvorbereitet, löste eine Form des Betrügersyndroms aus, erstickte sie beim Schreiben und beeinträchtigte schließlich ihre psychische Gesundheit. An ihrem Tiefpunkt war Savage nicht sicher, ob sie überhaupt weiterhin Musik machen konnte. Doch es ging wieder bergauf und sie beendete schließlich die zuvor erwähnte toxische Beziehung, machte eine Therapie, reiste um die Welt und rappelte sich schließlich wieder auf: “I sat in the sun and read, and I ran my book club, and I went swimming in the Ladies Pond, and I went on trips, and I got drunk, started smoking again and going to parties, and I started dancing again and seeing my friends and, most miraculous of all, I started to like myself.”

In den darauffolgenden Jahren schrieb sie weiter an neuer Musik für ihr Debütalbum, auf dem sie aus dem referentiellen Universum ihrer Einflüsse diverse Schnappschüsse aufgreift und am Ende wieder zusammenfügt. Das Album ist von einer berauschenden Katharsis durchwoben, und die Geschichten, die sie erzählt, handeln davon, Raum einzunehmen, Verbindungen zu finden und die Kraft zu besitzen, nicht alle Antworten zu kennen. "A Common Turn" wurde gemeinsam mit William Doyle (FKA East India Youth, 2014 Mercury Prize Nominee) produziert. Sie experimentierten gemeinsam an den Songs und er half ihr dabei, dem Album, das Anna selbst irgendwann als offiziell nicht mehr fertigstellbar erachtete, in seine endgültige Form zu bringen.
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