Fr, 23.09.2022
CASH SAVAGE & THE LAST DRINKS (AUS), PRISMA (DNK), EEE GEE (US)
REEPERBAHN FESTIVAL
Einlass: 19:45 | VVK: | TICKETSmiley face
20:20 - 21:20 CASH SAVAGE & THE LAST DRINKS (AUS)

Man(n) kennt die Story: Talentiertes Mädel wird in eine musikalische Familie geboren, schaut sich von klein auf alle möglichen Griffe und Kniffe bei Mama und Papa, aber auch bei diesem einen coolen Onkel ab, der an Geburtstagen immer die schmutzigsten Witze reißt und nebenbei drei Jahrzehnte bei Nick Caves Band The Bad Seeds Piano spielte, und startet die eigene Karriere noch vor der Führerscheinprüfung. Was Cash Savage (ja, das ist ihr richtiger Name) seit ihrem Debüt „Wolf“ (2010) so gerissen hat, klingt zwar wie aus dem Bilderbuch, war aber ein hartes Stück Arbeit – und von Hürden geprägt, die Mann eben nicht kennt. Ruppigen Alternative Country vermählt die aus Melbourne stammende Sängerin mit ihrem energischen Reibeisenorgan und punkigen Blues-Elementen, vorneweg von ihrer Band The Last Drinks ungeniert serviert. Ruhig und gefühlvoll kann sie zwar auch, wenn sie will, doch Savage macht auf späteren Alben vom Kaliber „One Of Us“(2017) und „Good Citizens“ (2018) ebenso wie bei Live-Gigs ihrem Namen immer wieder alle Ehre, meint: Empowerment meets Wildheit in kompromissloser Kombo.

22:10 - 22:55 PRISMA (DNK)

Facettenreich und dabei immer an den Zwischentönen interessiert, sind die beiden Schwestern Frida und Sirid Møl Kristensen aktuell dabei, Dänemarks Musikszene von hinten aufzurollen. Schon die ersten beiden EPs „Here“ (2020) und „Inside Out“ (2021) wurden nicht nur dort gefeiert, sondern aufgrund ihres außergewöhnlichen Gespürs für melodische Hooks auch in anderen Teilen Europas mit positiven Kritiken bedacht. Eine perfekte Melange aus The Raveonettes, Warpaint und Feist seien sie, mit makellosem Songwriting ausgestattet, das immer wieder Twists und Turns birgt, die unerwartet den Horizont auftun und die Sonne durchbrechen lassen – etwa im atemberaubenden Stück „A Child“, einem der most underrated Songs aus dem Jahr 2020. Die Feuilletons kennen viele Komplimente für das Duo. Prisma sind aber nicht nur unterm Kopfhörer und im Studio ein Erlebnis. Vor allem live auf der Bühne sorgen die beiden für ein Erlebnis, das neben Gänsehaut und feuchten Augen auch eine komplette dramatische Gedankenwelt in Gang setzen kann. Taschentücher werden jedenfalls wärmstens empfohlen.

23:50 - 00:30 EEE GEE (US)

Emma Grankvist war in ihrer dänischen Heimat schon in aller Munde, da hatte sie das diesjährige Debütalbum „Winning“ noch nicht einmal angekündigt. Mit den vorab ausgekoppelten Singles „Favorite Lover“ und „All Or Nothing“ profilierte sich die Sängerin und Songwriterin als ernstzunehmendes Indie-Pop-Talent eee gee, dem leichtfüßig der Balanceakt zwischen Melancholie, Hoffnung und Selbstironie gelingt. Mal niedergeschlagen, dann aber auch wieder hymnisch und voller Vorfreude weist sie in Interviews einseitige Interpretationen ihres stetig wachsenden Songmaterials deutlich zurück. Das trifft auch auf „Winning“ zu: „Der Titel ist ebenso sarkastisch wie triumphierend zu deuten“, bestätigt sie. Es sind gerade diese kreativen Freiräume, die sie sich und ihren Fans in der Musik lässt, die eee gees Output ein ums andere Mal zu einem vielschichtigen Highlight in jeder Playlist geraten lassen. Ein junges Talent, das Feinschmecker moderner Popmusik auf dem Schirm haben sollten.
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  • 23.9.    CASH SAVAGE & THE LAST DRINKS (AUS), PRISMA (DNK), EEE GEE (US)