Fr, 16.07.2021

NEUZEITLICHE BODENBELÄGE
Support: SPECIAL GUEST
Einlass: 18:00 | VVK: 13 EUR | TICKETSmiley face | AK: 16 EUR
Gefördert von Neustart Kultur, Initiative Musik und der BKM

Neuzeitliche Bodenbeläge ist das Projekt der beiden Musiker Niklas Wandt und Joshua Gottmanns. Nach Veröffentlichung der Single „Ich verliebe mich nie“ (2018) und der EP „Leben“ (2019) beim Düsseldorfer Label Themes For Great Cities legt das Berliner Duo mit „Der große Preis“ nun sein lang erwartetes Albumdebüt vor. Der zu 7 Tracks destillierte, unverkennbare NB-Sound zwischen samtigen Synthpop und kristallinem Digidub, mit seinen Basslinien wie Würfel aus Glas und Snares wie Peitschenhiebe erfüllt genau das, was der Albumtitel verspricht. Adventure time, wilde Romanze und Kleinkriminalität – all das wartet hier auf Dich.
Aufgenommen im Frühjahr 2019, ebenso wie die Vorgänger-EP außersaisonal in einem Hotel am Bodensee, geführt vom bandeigenen Energiecoach Ali Europa. Zwischen eingemottetem Frühstücksbuffet und dunklem Holz, bei strahlender Wintersonne und in verlassener Nacht lassen Wandt und Gottmanns ihre Rauchschwaden aufsteigen.
Wie schon das Projekt selbst im Berliner Kneipenunteruntergrund ins Leben gerufen wurde, so zieht es die beiden Protagonisten bei dieser Produktion immer wieder in die widersprüchlichsten Lokalitäten des örtlichen Nachtlebens. Beim täglichen Besuch des lokalen Wasserlochs, die Playlist "Keine Probleme“, Teile 1 bis 5 aus der Musikbox dröhnend und an den Multifunktionsspielgeräten am Kopfende mit den halbanonymen Spielern in das Rattern und Flackern der Zahlen und Früchte versinkend, wurden nicht nur blanke Euros verzockt, es sickerte auch jenes Konzentrat durch aus dem jene neuen Stücke erwachsen sollten. Diese Mischung aus dunkelbraunem Kunstlederpolster und grauer BRD, Dekor und Synthetik, Gemütlichkeit und Bahnhofsgegend, schwerem Kopf und Aufregung.
Die Magie vollzieht sich letztendlich in der umfunktionierten Studiosuite; ein Haufen analoger Synthesizer und Rhythmusmaschinen, ein Studer-Pult, ein Rechner, die Gesangskabine in der Dusche. Die Arbeitszeiten unregelmäßig, gegensätzliche Tagesroutinen führen mitunter zu stärkeren Reibungen und teils separierten Arbeitsprozessen. Umso erhebender die Momente, wenn auf Höhe des Widerspruchs eins zum anderen kommt und wie von alleine geschieht. Champagnerkorken, Averna und arabischer Mokka.
Die Veredlung findet dann ein ereignisreiches Jahr später in 1070 Wien statt: Februar 2020, in Sam Irls Heimstudio und dem International Major Label Studio direkt um die Ecke entsteht das Stück „Gelb's Groove“ aus dem rauchschwangeren Nichts. Overdubs, Raffination und Gesänge werden aufgezeichnet. Das Produkt in Form gebracht. Mit Daniel Meuzard am raumschiffartigen EMS-Synthesizer entsteht anschließend Titel- und Eröffnungstrack „Der große Preis“, dessen aufgeladener Text bereits eine Zeit lang umherschwirrt. Als sich dann einen Monat später der Kulturbetrieb einmottet haben Neuzeitliche Bodenbeläge ein Debütalbum in ihrem Koffer wie ein großes Versprechen. Klänge wie der Duft von einstmals und jung wie heute, Erzählungen langer Nächte und die Hitze am Vormittag, auf dem Marktplatz und lederbezogenen Autositzen, alles in allem frisch wie übermorgen und jeder Szene längst entwachsen. Alles pulsiert, ein jedes atmet, die Expansion der Gegenwart.
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  • 16.7.    NEUZEITLICHE BODENBELÄGE<br />
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