Fr, 23.09.2022
THE AUSSIE BBQ
LIVE MERCI, MERCY , BEC SANDRIDGE, JOSH CASHMAN, HAZLETT, GREATEST HITS, KINGSWOOD, HIGHSCHOOL
REEPERBAHN FESTIVAL
https://soundsaustralia.com.au/reeperbahn-festival/
Einlass: 13:00 | VVK: | TICKETSmiley face
13:30 - 14:00 HAZLETT - BACKYARD

Wie eine Umarmung der Welt klingen die Lieder von Hazlett, ohne je irgendeinen oberflächlichen Pathos zu bedienen. Eher im Gegenteil, weiß der australische Singer/Songwriter doch in Singles von der Ausdruckskraft eines „Monsters“ oder „My Skin“ mit außergewöhnlicher Ehrlichkeit sein Innerstes nach Außen zu kehren und dem Publikum das zu schenken, was wir manchmal eine Epiphanie nennen. Folk-Pop, der die Seele nicht nur berührt, sondern mit ihr tanzt und in sie eindringt. Dieses Kunststück bewerkstelligt Hazlett allerdings nicht mit Erzählungen über Gott und die Welt, sondern mit den Erinnerungen ganz persönlicher Erlebnisse, deren Poesie er zu erkennen und herauszufiltern vermag. Er ist ein bisschen gebrochen, genau wie du. Ein bisschen Romantiker, aber auch schmerzlicher Realist, so wie du. Unterm Strich ist es also Ehrlichkeit, die der Musik von Hazlett ihren einzigartigen Charakter verleiht. Vor allem wenn er auf die Bühne tritt, ist es so möglich ihn ganz unverfälscht kennenzulernen.

14:00 - 14:30 MERCI, MERCY

Manchmal wachsen Künstler*innen so schnell über sich hinaus, dass selbst jene, die sie seit der ersten Stunde beobachten, nicht mehr hinterherkommen. Nachdem sie jahrelang in Peking und Thailand lebt, nur für sich singt und musiziert, hat auch Merci, Mercy einen Erweckungsmoment, nach dem ihr Leben nicht mehr dasselbe ist. Als sie 2018 die Single „Be“ auf der australischen Musikplattform Triple J Unearthed veröffentlicht, ist das für die junge Singer-Songwriterin „the scariest thing I'd ever done“. Doch die Sache lohnt sich, denn danach geht alles ganz schnell: innerhalb weniger Monate hat sie den Plattenvertrag bei Liberation Records sicher und kickstartet so eine Karriere, von der sie früher nicht einmal zu träumen wagte. Die Debütsingle „Fucked Myself Up“ bestätigt, dass sich das Wagnis auf allen Ebenen auszahlt. Der von Indie, Electropop und Trap inspirierte Style, den Merci, Mercy fortan etabliert, ist eigenwillig, frisch und mit sämtlichen Ohrwurmqualitäten ausgestattet, die es braucht, um internationale Festival-Hits zu landen. Dass ihr dies bereits gelungen ist, zeigt sie im September bei uns.

14:30 - 15:00 GREATEST HITS - BACKYARD

Qualität statt Quantität ist bei Greatest Hits das Gebot der Stunde – das macht der Bandname selbst schon deutlich. Das britisch-australische Trio zelebriert seit rund zwei Jahren zurückgelehnte Indie-Jams der besonders puristischen Sorte und scheint damit vor allem auf der Insel am Ärmelkanal aber auch Down Under mehr als einen Nerv zu treffen. Treten Chelsea Foley (Vocals/Percussion), Henry Chatham (Bass) und Ryan Cooper (Songwriter/Producer) auf, ist der Laden meistens nämlich restlos ausverkauft. Schon nach der Debüt-EP „Volume One“ (2020) und Singles wie „Trying“ waren die drei in aller Munde und ließen sich im Anschluss auch nicht lumpen: Support-Shows für King Stingray, San Cisco und Donny Benete folgten ebenso wie eine eigene kleine Headline-Tour und die jüngste EP „Volume Two“ (2021). Mit ihrer lachenden Mischung aus Neo-Psych, 70er-Grooves und Sunshine Pop überzeugen sie überall da, wo Sommergefühle auf ausgelassene Partystimmung treffen – also genau richtig für einen ersten Gig in Hamburg.

15:00 - 15:30 BEC SANDRIDGE

Als Pop-Chamäleon bekannt, ist Bec Sandridge Teil einer neuen Generation australischer Künstlerinnen, denen die soziokulturellen Umbrüche der Generation Z mehr als genug Sprengstoff für konfrontative und ebenso intime Musik bieten. Lyrisch wie kompositorisch ist Sandridge auf einem Kurs, der das Negative auf Augenhöhe mit dem Hoffnungsvollen sieht, weil diese Dualität Teil unserer Gegenwart ist. Raum für Fakery gibt es hier schlichtweg nicht. Ob es um Therapie oder verzweifelten Eskapismus, überstürzte Liebe oder reumütige Trennung geht – der Australierin ist kein Thema zu heikel, um Eingang in ihren 80er-inspiriertem Synth-Rock zu finden. Das macht ihre Songs einerseits zu grandiosen Clubhymnen, in denen Menschen aller Biografien sich verlieren können. Andererseits ist es aber auch jedes Mal ein schonungslos ehrlicher Seelenstriptease, wenn sie in Songs wie „Stranger“ oder „Cost Of Love“ die ganze Palette an Ängsten, Erinnerungen und Erfahrungen auspackt, mit denen sie sich als Mensch und Künstlerin konfrontiert sieht. Wer diese Konfrontation nicht scheut, sollte ihren Auftritt bei uns nicht verpassen.

15:30 - 16:00 KINGSWOOD - BACKYARD

Vor zehn Jahren gegründet und mittlerweile zu einem der gefragtesten Export-Acts Australiens avanciert, machen Kingswood straighten Rock mit Nuancen von Alternative, Blues und Stoner. Catchy und stets mit großartigen Melodien versehen, hat das Quartett aus Melbourne mittlerweile bereits fünf Alben und ein gutes Dutzend Singles veröffentlicht – darunter Perlen wie „After Hours, Close To Dawn“ (2017) und „Reveries“ (2020), die sowohl von Fans als auch den Feuilletons Down Under in höchsten Tönen gelobt werden. Treibende Riffwände, soulige Grooves und emotionsgeladene Vocals machen den Kingswood-Sound nicht nur super eingängig, sondern auch passend für unterschiedlichste Venues – vom kleinen intimen Club bis hin zum Stadionformat, in dem Songs á la „Golden“ oder „Bittersweet“ absolut treffsicher Gänsehautwellen auslösen. Auch wenn die Band bereits als Support von AC/DC oder Aerosmith auf Tour war und einige Inspirationen aus dem Stil dieser Ikonen zieht, machen Kingswood ihr eigenes Ding und das mit zunehmendem Erfolg. Höchste Zeit also, dass sie auch bei uns die Stage entern.

16:00 - 16:30 JOSH CASHMAN

Wie aus dem Bilderbuch liest sich der Lebensweg von Josh Cashman. Aufgewachsen in einem Elternhaus mit Plattenspieler statt Glotze, wird der mittlerweile in Melbourne lebende Sänger, Songwriter und Gitarrist schon früh quer durch alle Stilrichtungen mit Musik konfrontiert. Blues, Folk, Jazz, Psychedelic Rock, Soul – Cashman saugt auf, was ihm zwischen die Löffel kommt und schnappt sich folgerichtig auch schon mit 11 Jahren die erste Gitarre, mit der er Schritt für Schritt seinen eigenen Signature Sound zwischen Alternative Folk und elektronischem Pop auf Leinwandgröße findet. Fast forward 16 Jahre und der kulturelle Tausendsassa ist von den ersten Gigs in Schulen zu einem gestandenen Künstler mit zwei Alben, treuer Fangemeinschaft sowie einem Support-Slot auf Tash Sultanas Welttournee geworden – läuft also bei ihm. Seine aktuelle Single „Blue Eyes“ unterstreicht indes erneut: Als Künstler ist er dennoch stets bereit zu wachsen und zu lernen. So muss das.

16:30 - 17:00 HIGHSCHOOL - BACKYARD

Nachdem sie einen der längsten Lockdowns weltweit hinter sich gebracht hatten, waren Luke Scott, Rory Trobbiani und seine Schwester Lilli bereit fürs Leben. Als HighSchool hatte sich das Trio aus Melbourne schon zuvor gefunden und einen Mix aus Post-Punk, Coldwave und Gothic-Rock zur Reife gebracht. Die düstere Atmosphäre ihrer Musik wurde durch die monatelange Isolation natürlich verstärkt und führte dazu, dass in Songs wie „Frosting“ oder „Sirens“ der sehnsüchtige Eskapismus zum Hauptakteur des HighSchool-Sounds aufstieg – und das ist verdammt gut so. Schummriger und bittersüßer als ihre Debüt-EP „Forever At Last“ (2021) klang in den vergangenen Jahren nämlich kaum eine Veröffentlichung, vor allem nicht aus dem sonnenverwöhnten Australien. Es ist eine okkulte, von allerlei Symbolen und Metaphern durchzogene Traumwelt, die das Trio im Kopf des Publikums aufspannt, um sich genussvoll darin zu verlieren – und das funktioniert immer noch am besten live on stage.
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  • 23.9.    THE AUSSIE BBQ<br />
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