Sa, 24.09.2022
DIE WÄNDE (DE), PHOXJAW (UK), KRATZEN (DE)
Reeperbahn Festival
Einlass: 20:00 | VVK: | TICKETSmiley face
20:25 – 21:20 DIE WÄNDE

Entstanden aus einer wortwörtlichen Schnapsidee, verschränken Die Wände seit nunmehr fast zehn Jahren die mäandernde Rauschhaftigkeit der frühen Krautrock-Ära mit der tonalen Erotik von Post-Punk und einer obskuren Lyrik, die zwischen Sturm, Drang und Ohnmacht pendelt. Es ist ein Sound, den die großen neuen Fragen ebenso prägen wie der Rückzug ins Private, das sich selbst Ausgeliefertsein. So fangen Carsten von Postel, Mathias Wolff und Jann Petersen die Neurosen des Zeitgeistes ein, um sie im nächsten Moment mit seltsam inbrünstigem Gestus hinauszuschleudern ins Ungewisse, wo wir alle nach Antworten suchen. Widersprüche werden vereint, schroffe Gitarren gehen in Melodien voller Hoffnung auf, Resignation konkurriert mit Aufbruchsstimmung. Schon auf dem Debüt „Im Flausch“ (2019) konfrontierte das Berliner Trio damit Dualitäten, die deutschsprachige Rockmusik lange Zeit aus dem Auge verloren hatte. 2022 erscheint nun mit dem selbstbetitelten Nachfolger „Die Wände“ endlich der Nachfolger, der unter den unwirklichen Bedingungen der Pandemie entstand und den Blick tiefer, aber auch intuitiver denn je gen Zukunft richtet.

22:05 – 22:50 PHOXJAW

23:45 – 00:40 KRATZEN

Da wo es unangenehm wird, wo der Status Quo allmählich Juckreiz verursacht, weil die Verhältnisse kaum noch auszuhalten sind, haut ein Trio aus Köln den Finger in die Wunde. Kratzen gründen sich 2017 in der Domstadt und zeigen von Anfang an, dass sie null Interesse an irgendwelchen trendigen Rock-Manierismen haben. Ruhig und repetitiv, modern und mechanisch, stilsicher und stoisch kratzen Melanie, Thomas und Stefanie den milchigen Firnis von der Gegenwart, um die Verhältnisse darunter ungeschminkt offenzulegen. Es sind hypnotische Hymnen, die mit düsteren Riffs und Rhythmen eine ominöse Atmosphäre erschaffen, eine Soundsignatur, die zwischen Krautrock und New Wave oszilliert während subtile Melodieverläufe bei jedem Hören tiefer ins limbische System eindringen. Den Texten kommt dabei die Rolle von sarkastischen Durchhalteparolen zu, die versuchen viral gehende Existenzängste durch einen wohl dosierten Existenzialismus wenn nicht zu heilen, so doch mindestens nüchtern zu konfrontieren. Was dieses Trio dabei unter „Krautwave“ versteht, kommt im September zum zweiten Mal auf Albumlänge raus – und wird endlich auch bei uns live auf der Bühne präsentiert.
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  • 24.9.    DIE WÄNDE (DE), PHOXJAW (UK), KRATZEN (DE)